Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Energie (MWAE)

 

Energieeffizienzpreis des Landes Brandenburg

Verleihung in Cottbus

Cottbus, 24. Mai 2019. Minister Steinbach hat im Rahmen des Energietages den Brandenburger Energieeffizienzpreis verliehen. Den Wettbewerb hatte das Ministerium gemeinsam mit der Landesgruppe Berlin-Brandenburg des Verbandes kommunaler Unternehmen (VKU) zum mittlerweile vierten Mal ausgelobt. Die drei Preisträger erhalten ein vom Ministerium bereitgestelltes Preisgeld von je 5.000 Euro.

Unternehmenspreis

Der Unternehmenspreis geht die Swiss Krono GmbH, Bestandteil der weltweit agierenden Swiss Krono Group. An zehn Standorten in acht Ländern fertigt der Schweizer Konzern Holzwerkstoffe. Die Swiss Krono GmbH fertigt am Standort Heiligengrabe mit rund 850 Mitarbeitern Faserplatten, Grobspanplatten (sogenannte OSB-Platten) und Laminat.

Preisträger Swiss Krono

Von links nach rechts: Prof. Katharina Löwe (Juryvorsitzende), Tino Wolter (Einkaufsleiter, Swiss Krono GmbH), Wirtschaftsminister Jörg Steinbach, Julian Büche (VKU-Geschäftsführer der Landesgruppe Berlin/Brandenburg)

Ausgezeichnet wird die Firma für das innovative Konzept zur Abwärmenutzung eines Biomasseheizkraftwerkes für die OSB-Trocknung in Heiligengrabe. Das System ermöglicht, Niedertemperatur-Abwärme aus dem Biomassekraftwerk, die ansonsten nicht nutzbar wäre, in Verbindung mit einer Kraft-Wärme-Kopplungs­anlage soweit aufzuwerten, dass sie als Prozesswärme zur Trocknung verwendet werden kann. Das Unternehmen hat die Investition getätigt, obwohl die geplante Amortisationszeit zum Zeitpunkt der Planung 6,6 Jahre betrug. Tatsächlich beträgt sie jetzt aufgrund der gestiegenen Handelspreise von Erdgas und CO2-Zertifikaten noch 5,6 Jahre.

Sonderpreis

Der Sonderpreis geht an die Stadtwerke Neuruppin GmbH. Ausgezeichnet wird das Unternehmen für das sektorenübergreifende und CO2-neutrale Wohngebiet „WoMeNa“ Neuruppin. 

Preisvergabe an Stadtwerke Neuruppin GmbHVon links nach rechts: Dr. Ulrich Müller (Jurymitglied, Ehrenpräsident IHK Ostbrandenburg), Prof. Katharina Löwe (Juryvorsitzende, TH Brandenburg), Frank Borchert (WBG Neuruppin eG "Karl Friedrich Schinkel" ), Guido Gerlach (Vertriebsleiter, Stadtwerke Neuruppin), Dieter Hermann (Heizungsbau Hermann), Joachim Zindler (Technischer Direktor der Stadtwerke Neuruppin), Wirtschaftsminister Jörg Steinbach, Julian Büche (VKU-Geschäftsführer der Landesgruppe Berlin/Brandenburg)

Im Fokus stehen Nachhaltigkeit und eine Symbiose aus Wohnen, Mensch und Natur. Der Bezug des fertiggestellten Baufeldes BF 1.16 begann im November 2018. Das gelang nur in guter Kooperation mit der Wohnungsbaugenossenschaft WBG Neuruppin e.G. Karl Friedrich Schinkel.

In der energetischen Umsetzung des Projektes werden die Sektoren Strom, Wärme und Mobilität als Ganzheit betrachtet. So werden alle Mieter mit Strom aus dezentralen Photovoltaikdachanlagen einschließlich Stromspeicher im Rahmen eines Mieterstrommodells versorgt. Das Herzstück des Projekts ist die Vernetzung der Gebäude, denn im Gebäudeverbund wird die Nachhaltigkeit und Energieeffizienz des Gesamtsystems ausgebildet. Die Wärmeversorgung innerhalb jedes einzelnen Gebäudes basiert auf fünf Säulen: der thermischen Solaranlage, der Abluft- und Wärmepumpe, dem eTank,  der intelligenten Heizzentrale jedes Gebäudes (als Bindeglied zwischen den einzelnen Komponenten) sowie dem Wärmeverteil- und Übergabesystem.

Kommunenpreis

Der Kommunenpreis geht an die Gemeinde Niederer Fläming, vertreten durch das Amt Dahme/Mark. In der Gemeinde Niederer Fläming entstand vor zwei Jahren am Standort der Grundschule in Werbig ein „Campus der Generationen“. 

Preisvergabe an Stadtwerke Neuruppin GmbH

Von links nach rechts: Torsten Braune (Projektleiter), Kathleen Schmidt (stellvertr. Abteilungsleiterin Klimaschutz), David Kaluza (Amtsleiter), Wirtschaftsminister Jörg Steinbach, Julian Büche (VKU-Geschäftsführer der Landesgruppe Berlin/Brandenburg)

Es wurden unter anderem eine Photovoltaik-Anlage installiert, die Heizungsanlage erneuert und ein Heizungspufferspeicher eingebaut. Dadurch wird ein energetischer Wert erreicht, der die Anforderungen der Energieeinsparverordnung (EnEV) deutlich übertrifft (In der EnEV sind die energetischen Anforderungen an Gebäude, die beheizt oder klimatisiert werden, festgelegt).

Durch die Entwicklung des „Campus der Generationen“ konnte sowohl der Standort als Grundschule erhalten als auch das darin angegliederte Gemeindezentrum mit Kindertagesstätte, Verwaltung und medizinischen Einrichtungen erweitert werden.

Angebote zur Daseinsvorsorge sind so zentral an einem Ort kombiniert und Betreuungsangebote für Jung und Alt vorhanden. Der energetische Ansatz wurde mit dem Bildungsauftrag  verknüpft. Das Projekt ist Vorbild für andere Gemeinden in Brandenburg. Durch die Investitionen werden jährlich mehr als 16.000 Euro eingespart.