Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Energie (MWAE)

 

Fotos: Pixabay

Power-to-X / Wasserstoff

Minister Steinbach: „Brandenburg kann Vorreiterregion für Wasserstoffwirtschaft werden.“

Power-to-X-Technologien, die aus erneuerbaren Energien „grünen“ Wasserstoff erzeugen, können der Schlüssel für den Erfolg der Energiewende sein. Brandenburg hat sich sehr frühzeitig den Themen Sektorenkopplung und Power-to-X zugewandt. Beispielhaft sind hierbei das weltweit erste Hybridkraftwerk, das bereits 2011 in Prenzlau in Betrieb gegangen ist, sowie die 2013 errichtete Power-to-Gas-Pilotanlage in Falkenhagen, die 2018 um eine Methanisierungsstufe ergänzt wurde und seitdem „grünes“ Erdgas ins Gasnetz einspeist, zu nennen.

Wasserstoff wird als Energieträger im dezentralen, dekarbonisierten Energiesystem der Zukunft eine zentrale Rolle spielen. Seine theoretisch unbegrenzte Verfügbarkeit, seine Speicher- und Transportierbarkeit sowie seine Nutzbarkeit als verbindendes Element zwischen den einzelnen Verbrauchssektoren machen Wasserstoff attraktiv und unverzichtbar für die Energiewende.

Wasserstoffgewinnung illustrierte Animation

Grafik: Wie wird Wasserstoff gewonnen?

Der Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft birgt zudem enorme industriepolitische Chancen in Form von zusätzlicher regionaler Wertschöpfung und Beschäftigung. Eine der Kernaussagen der im August 2019 veröffentlichten Wasserstoffindustrie-Potenzialstudie lautet: Das Land Brandenburg ist ein attraktiver Standort für eine Elektrolyseindustrie. Wenn es gelingt, die Produktion von nur 10 Prozent der Elektrolysekapazität, die die großen Klimastudien in Deutschland für zwingend notwendig halten, nach Brandenburg zu holen, könnten alleine aus dem Anlagenbau rund 7.000 hochwertige Industriearbeitsplätze in Brandenburg entstehen. Nun gilt es, die Standortvorteile konsequent zu nutzen und in die Praxis zu überführen. Die Studie definiert Handlungsfelder, um diese industriepolitischen Potenziale zu erschließen und bildet die Grundlage für die weitere Ausarbeitung einer Wasserstoffstrategie des Landes Brandenburg.

Eine grüne Wasserstoffwirtschaft wird bei richtiger Weichenstellung eine Schlüsselrolle in der Energiewende einnehmen und zugleich ein wichtiger Baustein für eine erfolgreiche Strukturentwicklung sein. Die Länder Brandenburg, Sachsen und Sachsen-Anhalt wollen dazu einen Beitrag leisten und zeigen in ihrem gemeinsamen Eckpunktepapier vom 15. Juni 2020 die positiven Auswirkungen einer grünen Wasserstoffwirtschaft auf die Energiewende und auf die Strukturentwicklung in den Energieregionen auf. Das Eckpunktepapier bildet den Auftakt für die weitere Strategieabstimmung mit der Bundesebene. Besondere Bedeutung hat dabei die Anpassung des regulatorischen Rahmens, um Produktion und Nutzung grünen Wasserstoffs wettbewerbsfähig zu machen.

Neben dem gemeinsamen Eckpunktepapier ist ein Fahrplan zum Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft für das Land Brandenburg und die Hauptstadtregion Teil der Gesamtstrategie. Bis Ende März 2021 waren in einer breit angelegten Befragung Unternehmen, Verbänden, Kommunen, Bürger und andere Akteure aufgerufen, ihren Bedarf oder Angebot an Wasserstoff zu melden und ein mögliches Interesse am Einstieg in die Wasserstofftechnik oder -nutzung zu bekunden.

Die Ergebnisse sollen bis zum Sommer 2021 in einen Fahrplan einfließen. Dieser soll konkrete Handlungsempfehlungen und Maßnahmen für eine zeitnahe Umsetzung und Platzierung einer langfristig grünen Wasserstoffwirtschaft in der Region enthalten.

 

Abb.: Hybridkraftwerk Prenzlau

Aktuelle Projekte, die in Brandenburg bereits existieren oder sich in der Hochlaufphase befinden finden sie z. B. hier:

Auch im Bereich der Forschung tut sich viel in Brandenburg: Schon seit 2012 forscht das Wasserstoffforschungszentrum an der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg (BTU CS) zur Wasserstoffherstellung und –speicherung. Bei der Bewältigung der komplexen Aufgabe der Dekarbonisierung großer energieintensiver Industriebereiche und -prozesse (z.B. Kraftwerke, Aluminiumproduktion, chemische, Stahl- und Zementindustrie) hat die Branche durch die erfolgreichen Ansiedlungen des DLR-Instituts für CO2-arme Industrieprozesse und des Kompetenzzentrums Klimaschutz in energieintensiven Industrien (KEI) im Jahr 2019 in Cottbus fachkundige Unterstützung erhalten.

Das Bundesland Brandenburg leistet seinen Beitrag zum zügigen Fortschritt und zur Stärkung bestehender Wasserstoffkompetenzen. Unter dieser Prämisse wurden einige der oben genannten Projekte mit Fördermitteln unterstützt.

Über die Möglichkeiten einer individuellen Projektförderung können Sie sich auf den Internetseiten der WFBB oder der ILB informieren und dort Kontakt aufnehmen.