Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Energie (MWAE)

Fachkräftesicherung

Die gute wirtschaftliche Entwicklung in Brandenburg sowie der demografische Wandel haben bis 2020 zu einem Anstieg der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung und zum Abbau von Arbeitslosigkeit geführt. Die Corona-Krise zwar hat diesem positiven Trend vorerst ein Ende gesetzt. Gleichwohl wird die Suche nach geeignetem Personal für viele Unternehmen in fast allen Wirtschaftsbereichen immer schwieriger.

Aktivitäten zur Arbeits- und Fachkräftesicherung sind zunehmend ein Schlüsselfaktor für die Wettbewerbsfähigkeit der Brandenburger Unternehmen und damit nicht zuletzt für den Wohlstand des Landes.

Zwar ist Fachkräftesicherung vorrangig eine Aufgabe der Unternehmen und Sozialpartner, das Land flankiert die betrieblichen Aktivitäten jedoch. Dies geschieht durch ein umfassendes Unterstützungssystem für Unternehmen und Beschäftigte sowie durch eine Fachkräftestrategie, die gemeinsame Verabredungen aller Arbeitsmarktakteure im Land beinhaltet.

Mit der Fachkräftestrategie „Fachkräfte bilden, halten und für Brandenburg gewinnen“ setzt das Land aktuell den politischen Rahmen für das wichtige Thema der Fachkräftesicherung und macht deutlich, welche zentralen Zielsetzungen das Land und seine Partner hierbei verfolgen. Diese Ziele werden durch fünf Schlüsselthemen untersetzt, in denen Unterstützungsmaßnahmen prioritär auf den Weg gebracht werden sollen:

  • Fachkräfte und Clusterpolitik
  • Übergang Schule und Beruf einschließlich Berufs- und Studienorientierung
  • Duale Studienangebote bedarfsgerecht erweitern
  • Aus- und Weiterbildung stärken
  • Gute Arbeit und Wandel der Arbeit
Über erste Ergebnisse und beteiligte Partner berichtet die Broschüre "Fachkräfte bilden, halten und für Brandenburg gewinnen - Die Strategie des Landes Brandenburg zur Fachkräftesicherung"

Die Digitalisierung verändert die Arbeitswelt von Beschäftigten aller Branchen nachhaltig. Berufsfelder und Tätigkeitsanforderungen werden einem starken Wandel unterliegen. Mit der Veränderung von Berufsbildern gehen sowohl Chancen wie auch Risiken einher. Einige traditionelle Berufe werden sich stark modernisieren, andere Berufe eventuell an Bedeutung verlieren und neue Berufe werden entstehen und dies auf allen Qualifikationsebenen. Gegenwärtig ist davon auszugehen, dass sich mittelfristig Verluste und Zuwächse an Arbeitsplätzen auf dem Brandenburger Arbeitsmarkt die Waage halten werden. Allgemeingültig ist bereits heute die Aussage, dass sich innerhalb des Berufslebens ein erheblicher Lern-und Wissensbedarf für jeden Beschäftigten ergibt, welcher ein ständiges Weiterlernen erfordert. Eine gut organisierte Weiterbildung und Qualifizierung bietet daher eine gute Perspektive mit diesem Veränderungsprozess erfolgreich umzugehen.

Zu bisherigen Veränderungen in den Brandenburger Unternehmen im Zuge der Digitalisierung und ihren Auswirkungen auf Beschäftigung, Arbeitsformen und Qualifizierungsbedarfe hat die Wirtschaftsförderung Brandenburg GmbH eine umfangreiche Studie veröffentlicht.

Mit der ESF-Förderung unterstützen wir kleine und mittlere Brandenburger Unternehmen (KMU) durch einen Lohnkostenzuschuss dabei, (Nachwuchs-)Talente im Rahmen einer betrieblichen Innovation für ihr Unternehmen zu begeistern. Auf diese Weise können hochqualifizierte Fachkräfte ihre Karrierechancen in der Region kennenlernen - auch in Kleinstunternehmen und bereits während des Studiums. So legen sie den Grundstein für eine langfristige berufliche Perspektive im Land Brandenburg. Die Investitionsbank des Landes Brandenburg (ILB) setzt die Richtlinie um.

Was wird gefördert?
Werkstudierende
:

  • Lohnkostenzuschuss für die Teilzeitbeschäftigung (mindestens 15 und maximal 20 Wochenstunden) von in Vollzeit immatrikulierten Werkstudierenden im Rahmen einer betrieblichen, studentischen Innovationsaufgabe.
  • Maximale Zuschusshöhe 75 % der förderfähigen Gesamtausgaben, maximal 705 €/Monat.
  • Förderdauer mindestens 6 bis maximal 12 volle Kalendermonate.


Innovationsassistentinnen/Innovationsassistenten:
  • Lohnkostenzuschuss für die Beschäftigung (mindestens 20 Wochenstunden) von Absolventinnen und Absolventen einer staatlichen / staatlich anerkannten Hochschule beziehungsweise einer geregelten beruflichen Aufstiegsfortbildung als Innovationsassistentinnen oder -assistenten für eine innovative Aufgabe im Unternehmen.
  • Maximale Zuschusshöhe 60 % der förderfähigen Gesamtausgaben, maximal 1.560 €/Monat.
  • Förderdauer mindestens 12 bis maximal 24 volle Kalendermonate.
Die Antragstellung erfolgt über das ILB-Portal, auf dem weitere detaillierte Informationen zur Förderung hinterlegt sind.

(Richtlinie des MASGF zur Förderung von arbeitslosen und von Arbeitslosigkeit bedrohten jungen Erwachsenen in Brandenburg in der Förderperiode 2014 – 2020 (EINSTIEGSZEIT) vom 02. November 2017)

Was wird gefördert?

Das Programm ist ein wesentliches Übergangsangebot des Landes für arbeitslose oder von Arbeitslosig­keit bedrohte junge Erwachsene beim Einstieg in den Beruf an der so genannten "2. Schwelle". Das Pro­gramm umfasst eine intensive Beratung der jungen Arbeitsuchenden und fördert ihre Arbeitsaufnahme durch passgenaue Qualifizierungen, die auch im Ausland stattfinden können.

Wer wird gefördert?
Das Programm setzt auf beiden Seiten des Arbeitsmarktes an. Es sollen gleichzeitig junge Erwachsene mit abgeschlossener Berufsausbildung oder abgeschlossenem Studium im Alter bis zu 30 Jah­ren bei der Eingliederung auf ausbildungsadäquate Arbeitsplätze als auch Unternehmen bei der Beset­zung freier Stellen mit jungen Fachkräften unterstützt werden. In besonderer Weise werden die Berufswege junger Frauen durch eine systematische, mit den Unterneh­men abgestimmte Karriereplanung gefördert.

Art und Umfang der Förderung
Projektförderung

Aktueller Förderzeitraum:
01.04.2018 bis 31.03.2021

Weitere Informationen:
https://www.ilb.de/de/arbeit/uebersicht-der-foerderprogramme/einstiegszeit-foerderung-von-arbeitslosen-und-von-arbeitslosigkeit-bedrohten-jungen-erwachsenen/


https://arbeit.wfbb.de/de/Beratung/Integration-in-Arbeit/Jugendliche-und-junge-Erwachsene

Kontakt:
Informationen zum Programm erhalten Sie bei der Investitionsbank des Landes Brandenburg (ILB)

Infotelefon Arbeit
Tel.: 0331 660-2200
Internet:  www.ilb.de

Das IQ Netzwerk Brandenburg verfolgt das Ziel, die Arbeitsmarktintegration von erwachsenen Migrantinnen und Migranten im Land Brandenburg zu verbessern. An diesem Ziel wirken im Landesnetzwerk zurzeit insgesamt 14 Teilprojekte mit unterschiedlichen Aufgaben und Zielgruppen mit.

Schwerpunkte unseres Netzwerks sind:

  • Beratung zu Fragen der Anerkennung im Ausland erworbener Berufsqualifikationen und zu Qualifizierungsangeboten
  • Qualifizierungsmaßnahmen für Personen mit ausländischen Abschlüssen und Kompetenzfeststellung
  • Interkulturelle Öffnung in Arbeitsmarktinstitutionen und Förderung der interkulturellen Kompetenz der Beratungsfachkräfte
  • Qualifizierung von migrantischen Unternehmen
  • Fortbildungen zum Arbeitsmarkt für Beschäftigte in der Migrationssozialarbeit
  • Faire Integration Brandenburg (Arbeitsrechtliche Beratung von Geflüchteten und Drittstaatsangehörige)
  • Informationszentren für Fachkräfteeinwanderung

Das IQ Netzwerk Brandenburg ist Teil des bundesweiten Förderprogramms „Integration durch Qualifizierung (IQ)“, das vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) und dem Europäischen Sozialfonds (ESF) gefördert wird. Partner in der Umsetzung sind das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und die Bundesagentur für Arbeit (BA).

Kontakt Koordinierungsstelle:
Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Energie
Referat 52 Arbeitsförderung, Fachkräfte
Heinrich-Mann-Allee 107
14473 Potsdam
Dina Ulrich (Projektleitung)
Tel. (0331) 866-1971
Fax: (0331) 866-1908
E-Mail: dina.ulrich@mwae.brandenburg.de

www.brandenburg.netzwerk-iq.de

https://www.facebook.com/IQNetzwerkBrandenburg/

Wie kann es konkret gelingen, Fachkräfte für das eigene Unternehmen zu bilden, zu halten und zu gewinnen? Die Wirtschaftsförderung Brandenburg GmbH unterstützt mit einem umfassenden Informations- und Beratungsangebot Unternehmen in Fragen der strategischen Personalentwicklung, zu Aus- und Weiterbildung, zu Guter Arbeit und weiteren Möglichkeiten der Personalgewinnung. Diese individuelle und kostenfreie Beratung beinhaltet auch Informationen zu Fördermöglichkeiten, z.B. für Weiterbildungsmaßnahmen.
Mit den Regionalcentern in Potsdam, Cottbus, Eberswalde, Frankfurt (Oder) und Neuruppin bietet die WFBB ihren kompetenten Service landesweit und mit entsprechender Kenntnis der regionalen Akteure und Netzwerke.

Die Kontaktdaten der jeweiligen Ansprechpersonen des Teams Arbeit und Qualifizierung der WFBB finden Sie hier.

Die persönliche Beratung wird ergänzt durch ein umfassendes Online-Informationsangebot bestehend aus dem Fachkräfteportal und dem Brandenburger Fachkräfteinformationssystem (FIS).


Brandenburg ist eine attraktive Region zum Arbeiten und zum Leben. Mit dem Fachkräfteportal der Wirtschaftsförderung Brandenburg GmbH können passende Jobs oder Ausbildungsplätze aus über 6.000 Angeboten ausgewählt werden.
Und: Brandenburg kann als Ort zum Leben, zum Studieren oder als optimaler Standort für eine Neuansiedlung entdeckt werden.
Jugendliche, Eltern und Betriebe erhalten Informationen über die attraktiven beruflichen Perspektiven und Unterstützungsmöglichkeiten vor und während der Ausbildung.
Details zur Fachkräftesituation in Brandenburg finden Sie regional, sektoral und thematisch aufbereitet im Fachkräfteinformationssystem.
Welcome Assistenten informieren über das Thema Einreise nach Brandenburg zum Arbeiten oder Studieren.


Das Brandenburger Fachkräfteinformationssystem bietet aktuelle Statistiken und Informationen zur Fachkräftesituation im Land Brandenburg, jeweils aufbereitet nach den Brandenburger Landkreisen und kreisfreien Städten sowie den Regionalen Wachstumskernen und für spezifische Branchen und Berufe. Einschätzungen zur zukünftigen regionalen Entwicklung am Arbeitsmarkt und damit zur Fachkräftesituation ermöglicht der Fachkräftemonitor. Dieses Angebot wird ergänzt durch den Demografierechner Brandenburg, der es insbesondere Betrieben ermöglicht, ihre Altersstrukturen im Vergleich zu landesweiten und branchenspezifischen Vergleichszahlen zu analysieren.

Das Land Brandenburg fördert seit 2016 die Betriebliche Begleitagentur. Das Projekt unterstützt besonders kleine und mittelständische Unternehmen bei der Beschäftigung und Qualifizierung von Migranten und Geflüchteten. Das Projekt agiert landesweit und leistet einen Beitrag zur betrieblichen Integration und Fachkräfteentwicklung von Zugewanderten.

Die Begleitagentur berät und informiert Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber im Hinblick auf Arbeit und Ausbildung, stellt Kontakt zur Arbeitsverwaltung her, unterstützt einstellende Betriebe durch einen Coach und hilft bei der Gewinnung betrieblicher Mentoren. Vor allem der direkte Kontakt zu kleinen und mittleren Betrieben sowie die klare Botschaft, bei Problemen und Fragen seid ihr nicht allein, wird die Arbeitsmarktintegration von Migranten und Geflüchteten spürbar verbessern.

Mit dem EU-Beitritt einiger osteuropäischer Staaten und durch den Anstieg der Zuwanderung aus Drittstaaten, insbesondere von Flüchtlingen, steigt zugleich die Gefahr der Arbeitsausbeutung und Abdrängung in die illegale Beschäftigung. Es sind vor allem ausländische Arbeitskräfte in prekären Arbeitsverhältnissen, denen u.a. Lohn vorenthalten, Überstunden nicht vergütet und hohe Beiträge für Unterkunft und Verpflegung vom Lohn abgezogen werden. Teilweise werden die Aufenthaltspapiere entzogen und die Betroffenen werden zum Abarbeiten hoher Schulden zur Arbeitsaufnahme gezwungen. Daraus ergibt sich ein besonderer Beratungs- und Unterstützungsbedarf. Für die Ordnung auf dem Arbeitsmarkt ist es wichtig, dass sich alle – also Beschäftigte und Unternehmen – an die Regeln halten.
Seit 2013 wird dazu landesweit ein Projekt gefördert, seit 2016 als „Fachstelle für Migration und Gute Arbeit Brandenburg“. Die häufigsten Beratungsanfragen beziehen sich auf arbeitsrechtliche Fragen wie z.B. Lohn, Arbeitszeiten, Überstunden und Urlaub, sowie über sozialrechtliche Fragen wie z.B. Kranken- und Pflegeversicherung. Mit diesem mehrsprachigen Beratungsangebot soll verhindert werden, dass Zuwanderer und insbesondere Geflüchtete als „billige Arbeitskräfte“, die ihre Rechte nicht kennen, ausgebeutet werden.
Die Fachstelle hat ihren Hauptsitz in Potsdam und in Frankfurt (Oder). Außerdem ist die Fachstelle landesweit auch mobil unterwegs, um z.B. Saisonarbeiter auf den Feldern und Geflüchtete in den Unterkünften zu ihren Arbeitsrechten zu informieren. Die Fachstelle führt auch Schulungen zu arbeitsrechtlichen Fragen durch steht als Ansprechpartnerin für staatlichen Stellen und Institutionen, die mit Fällen von Arbeitsausbeutung und Menschenhandel in Berührung kommen (wie z.B. Polizei, Finanzkontrolle Schwarzarbeit, Ausländerbehörden, Jobcenter usw.) zur Verfügung.
Die Fachstelle wird von der Weiterbildungseinrichtung ARBEIT UND LEBEN Berlin-Brandenburg, die gemeinsam vom DGB und den Volkshochschulen getragen wird, betrieben. Weitere Informationen zur Fachstelle finden Sie hier.